CADR – Sinnvoller Wert für Vergleiche?

CADR ist die Abkürzung für Clean Air Delivery Rate und ist eine Leistungszahl für Luftreiniger, die den Vergleich zwischen verschiedenen Modellen erleichtern soll. Sie wird in Kubikfuß pro Minute (CFM) angegeben und beschreibt, wie viel Luft innerhalb einer Minute von Partikeln der Größe zwischen 0,09µm und 11,0µm gereinigt wird. Die Leistungszahl ist dabei auf eine Raumgröße von 28,5m³ normiert.

Die genaue Definition ist ein bisschen detaillierter und berücksichtigt, das die meisten Partikel sich mit der Zeit absetzen. Diese natürliche Reduktion der Schwebteilchen wird aus den Ergebnissen herausgerechnet. Der CADR-Wert ist definiert als:

The rate of contaminant reduction in the test chamber when the unit is turned on, minus the rate of natural decay when the unit is not running, multiplied by the volume of the test chamber as measured in cubic feet. (Quelle: ANSI/AHAM AC-1-2006)

Die Angabe des CADR-Wertes erfolgt jeweils für drei unterschiedliche Arten von Partikeln in der Raumluft:

  • Rauch (Ø 0,09µm – 1,0µm)
  • Staub (Ø 0,5µm – 3,0µm)
  • Pollen (Ø 5,0µm – 11,0µm)

Warum sind drei Werte notwendig?

Da Luftreiniger sich u.a. in der Art und Güte der verwendeten Filter unterscheiden, wird der CADR-Wert immer für drei unterschiedliche Partikelarten angegeben. Dabei wird dem Umstand Rechnung getragen, dass einige Filter besonders gut große Partikel abscheiden, andere wiederum einen hohen Abscheidungsgrad für kleinste Partikel haben.

Die Unterteilung soll bei der Entscheidung helfen, den richtigen Luftreiniger zur Beseitigung der entsprechenden Belastung zu finden.

Wer ermittelt die CADR-Werte?

CADR als Kennzahl wurde von der US-amerikanischen Organisation Association of Home Appliance Manufacturers (AHAM) vor rund 30 Jahren entwickelt und wird auch von dieser vergeben. Dazu stellen die Hersteller ihre Luftreiniger zur Verfügung, die dann in unabhängigen Laboren unter normierten Bedingungen getestet werden.

Wie wird der CADR-Wert ermittelt?

Die Testumgebung besteht aus einem 28 PuTTY SSH connection timed out ,5m³ großen, geschlossenem Raum mit den Maßen 3,20m x 3,66m x 2,44m, was in etwa einem kleinen Zimmer entspricht. Der Boden besteht aus einer glatten Oberfläche aus Linoleum oder Vinyl, während die Wände mit einer abwaschbaren Latex-Farbe gestrichen sind.

Neben den Meßgeräten und der Technik zur Herstellung der Testbedingungen, sorgt eine Lüfter während des Testlaufs dafür, dass die Luft stetig in Bewegung bleibt und die Schwebeteilchen in der Luft gut verteilt sind.

Die einzelnen Schritte des Testverfahrens erfolgen nacheinander für die jeweiligen Partikelgrößen und sind:

  • Gründliche Reinigung des Raums
  • Reduzierung der normalen Partikelbelastung auf ein definiertes Maß (durch die Raumtechnik)
  • Einbringen der Testpartikel der entsprechenden Größe
  • Bestimmung der natürlichen Absetzrate
  • Erneutes Einbringen der Testpartikel der entsprechenden Größe (mit einer Minute Wartezeit, damit sich die Partikel in der Luft verteilen können)
  • Messen der Partikelbelastung in der Luft in Abständen von 1 Minute für jeweils 20 Sekunden

Der Test läuft für die Belastung mit Rauch und Staub jeweils 20 Minuten, während der Test für die Belastung mit Pollen bereits nach 10 Minuten beendet wird.

Das genaue Vorgehen ist von der AHAM in der Spezifikation ANSI/AHAM AC-1 beschrieben.

Da es sich um eine Spezifikation aus dem Englischen handelt, sind in ihr die Einheiten des imperialen Systems angegeben. Zum leichteren Verständnis sind in diesem Bericht die metrischen Entsprechungen angegeben. Die genauen Werte für die Testumgebung erfordern einen 1.008 Kubikfuß großen, geschlossenen Raum mit den Ausmaßen 10,5 x 12 x 8 Fuß.

Was drücken die Zahlen aus?

Der CADR-Wert beschreibt also, wie viel Luft er in einer bestimmten Zeit von einer bestimmten Belastung befreien kann. Das Verfahren bewertet die Effizienz des Luftreinigers, unabhängig vom verwendeten Filtertyp. So soll der Vergleich zwischen Geräten ermöglicht werden, die unterschiedliche Filter zur Reinigung der Luft benutzen.

Aufgrund der Messungenauigkeiten und statistischen Rahmenbedingungen, sind die Ergebnisse der CADR-Bestimmung nur in bestimmten Bereichen gültig. Zulässige Werte sind:

  • Rauch (10 CFM – 450 CFM bei statistischer Abweichung von ± 10 CFM)
  • Staub (10 CFM – 400 CFM bei statistischer Abweichung von ± 10 CFM)
  • Pollen (25 CFM – 450 CFM bei statistischer Abweichung von ± 25 CFM)

Ein hoher Wert gibt eine hohe Reinigungsleistung an. Ein niedriger Wert eine entsprechend niedrigere Leistung.

Aus den CADR-Werten lässt sich über ein komplizierte Berechnung die empfohlene Raumgröße für einen Luftreiniger ableiten. Auch diese Angabe ist neben den drei CADR-Werten auf vielen Geräten zu finden.

Kritik an der Eignung der CADR für Produktvergleiche

Es mag verlockend sein, sich auf ein paar wenige Zahlen zu verlassen, um einen leistungsfähigen Luftreiniger zu finden. Schließlich sind die Zahlen in einem unabhängigen und standardisiertem Verfahren ermittelt worden und liefern offensichtlich auch ein ganz gutes Bild über die Leistung von Luftreinigern ab.

Dem ist zunächst nichts entgegenzusetzen und dennoch sollte der CADR-Wert bei weitem nicht das alleinige Kaufkriterium sein. Schaut man sich die Testspezifikation einmal genauer an, wird man feststellen, dass es genau die Dinge sind, die nicht plakativ erwähnt sind, die für die Gesamtleistung des Gerätes dennoch wichtig und entscheidend sind.

Beschränkung auf bestimmte Partikelgrößen

Mit der Wahl von Partikeln in den genannten Größen dürfte tatsächlich ein Großteil der Belastungen unserer Raumluft abgedeckt sein. Es sind jedoch nicht alle und vor allem nicht die Schadstoffe, für deren Reduzierung ein Luftfilter häufig angeschafft wird.

Gerade die Belastung durch Feinstaub mit Größen zwischen 0,1 und 0,3µm ist nicht gesondert ausgewiesen. Gerade diese Partikelgrößen stehen aufgrund ihrer Lungengängigkeit aber im Verdacht für viele Erkrankungen ursächlich zu sein. Ein entsprechendes Augenmerk fehlt an dieser Stelle also.

Keine Berücksichtung von gasförmigen Schadstoffen

Neben den Schwebeteilchen wird die Raumluft auch durch chemische Ausdünstungen, flüchtige organische Verbindungen (VOCs) und Gerüche belastet. Deren Reduktion durch die Luftreiniger findet sich in den ermittelten CADR-Werten nicht wieder und klammert damit einen ebenfalls großen Anwendungsbereich für Luftreiniger aus.

Sind Luftreiniger mit entsprechenden Filtersystemen zur Reduzierung von gasförmigen Schadstoffen ausgestattet, ist dies zwar ein Vorteil, weil die Reinigungsleistung im Umfang größer ist, der Luftdurchsatz bei mehreren Filtern aber vergleichsweise geringer ausfällt. Gerade der Luftdurchsatz hat aber einen entscheidenden Einfluss auf den CADR-Wert, schließlich gibt er die Menge gereinigter Luft pro Minute an.

Trotz gründlicherer Reinigung kann der CADR-Wert dadurch niedriger ausfallen.

Messung erfolgt bei höchster Leistungsstufe

Das Testverfahren schreibt vor, dass der Luftreiniger während des Tests auf der höchsten Leistungsstufe betrieben wird. In der Regel wird dies aber nicht die normale Stufe sein, bei welcher das Gerät Zuhause oder im Büro betrieben werden soll. Die ermittelte Leistung kann also nur auf der höchsten und damit lautesten Stufe erreicht werden. Diese Einschränkung sollte berücksichtigt werden, da Angaben zu unterschiedlichen Stufen eines Geräts nicht ermittelt werden und auch nicht einfach aus den CADR-Werten abzuleiten sind.

Mängel am Testorganisation

Hinsichtlich der Testorganisation muss berücksichtigt werden, dass die Hersteller die Geräte zum Test bei der AHAM anmelden und auch das Testgerät zur Verfügung stellen. Es erfolgt also kein unabhängiger Kauf eines Testmusters im Einzelhandel, so dass die Hersteller einen gewissen Einfluss auf die Auswahl des zu testenden Geräts ausüben können.

Fazit

Der CADR-Wert ist eine Maßzahl, um den Vergleich zwischen verschiedenen Herstellern und Modellen von Luftreinigungsgeräten zu erleichtern. Da die Kennzahl jedoch nicht alle Aspekte abdeckt, die für eine Kaufentscheidung wichtig sind, sollte der CADR-Wert auch nur als eines von vielen Kriterien herangezogen werden.